Mixed Media Collagen Kunstwerke
Collage Kunst mit gefundenen Objekten

Collage Kunst mit gefundenen Objekten

Um die Kunstwerke von Walburga Poeplau genauer zu beschreiben und Ihnen einen Sinn der Sache besser übermitteln zu kõnnen, führen wir hier ein paar Auszüge von Erõffnungsreden ihrer Ausstellungen auf:

Ausstellungseröffnung 02.05.2004 im privaten Kunstgarten

Einführungsrede: Edla Colsman

Kölner Stadtanzeiger vom 06.05.2004:
Schrott in Form gebracht: Die Ausstellung „Draußen und Drinnen" zeigt naturverbundene Kunstwerke in privater Landhausatmosphäre.

...Ihr Blick wird zwischendurch immer wieder einmal an die Mauer geschweift sein, wo die Materialbilder von Frau Walburga Poeplau hängen....Sie läßt sich inspirieren von Weggeworfenem, von Unbrauchbarem. Sie sammelt Angeschwemmtes, Schrott und Liegengelassenes und fügt es in neue Zusammenhänge ein, so daß Bildwerke von ästhetischem Reiz entstehen. Sie läßt anders als Schwitters und Picasso den Dingen ihre Eigenschaften. Ein Stück Stacheldraht behält seine unangenehme piksige Eigenart und eine Mistgabel darf weiterhin an ihre Funktion erinnern. Nur bekommen die ausgedienten Dinge in ihrem neuen Zusammenhang wieder einen Sinn und werden unverzichtbar an dem Platz, der ihnen zugewiesen wurde. Ein wenig erinnert das an die menschliche Gemeinschaft, an Ausgegrenzte, die aufblühen, wenn sie das ihnen gemäße Umfeld gefunden haben.
Es überrascht nicht, daß Frau Poeplau einen Kreis von Menschen, die Lebenshilfe brauchen, um sich geschafft hat.
Auf den Bildträger möchte ich Sie noch aufmerksam machen: Es sind Blechplatten, die man früher in Gärtnereien benutzt hat, um Beete abzudecken. Man braucht sie nicht mehr, sie haben aber inzwischen einen Grad von Verwitterungen erreicht, der ihnen die schönsten Farbschattierungen verleiht.
Die Fähigkeit der Künstlerin besteht darin, die Farbfelder wahrzunehmen und sie für ihre Kompositionen auszunutzen.
 

Ausschnitt einer Eröffnungsrede 2003 von Helga Schmidt

Diese Ausstellung heißt „Metamorphose von Materialien - Fundstücke im Wandel".

Metamorphose bedeutet Umwandlung - von etwas Bestehendem in etwas völlig Neues. Und genau dieser faszinierende Vorgang passiert in den Werken von Walburga Poeplau. Die Fundstücke an sich kann man im üblichen Sinn kaum als schön bezeichnen. Aber sie werden zusammengefügt zu einem unglaublichen Gesamtergebnis von Harmonie, Schönheit und Ästhetik. Hier kann man wirklich sagen „das Ganze ist bei weitem mehr als die Summe seiner Einzelteile". Es findet quasi eine Transformation oder ein Quantensprung statt. Das Profane wird umgewandelt. Es ist so wie in dem Märchen „Rumpelstilzchen", in dem Stroh zu Gold gesponnen wird. Genau so etwas passiert hier auch. Schrott oder Müll wird transformiert in ein stimmiges Resultat. Jedes einzelne Teil ist genau an seinem Platz und es entsteht Schönheit.

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Ausschnitte aus einer Rede 2003 zu einem Katalog
von Ulrike Pfaff:

DIE GALERIE DER AUSGEDIENTEN DINGE
Über Wandobjekte und Collagen von Walburga Poeplau

Etwas in uns verlangt den Collagen eine Geschichte ab, will mit den Augen etwas wahrnehmen, was wir begreifen können, etwas, was wir kennen oder vielleicht noch kennenlernen dürfen. Wir vermuten ein Geheimnis hinter den Dingen, den Mustern und Formen aus verwittertem Eisen, Plastik und Papier, wie sie sich uns Stück für Stück und lose an- und übereinandergelegt präsentieren. Dabei ist es weniger die gemeinsame Geschichte als das gemeinsame Schicksal, das die Fundstücke miteinander verbindet. Irgendwann wurden sie alle von irgendwem erworben und benutzt. Bis die ausgedient hatten und weggeworfen wurden, in den Müll oder in den Rhein. Der Fluss hat ihre Farben dann ausgebleicht, ihre Formen weichgespült und geglättet. Hat sie vor dem endgültigen Verschwinden bewahrt und wieder ausgespuckt, am Strand zum Sammeln freigegeben.
Walburga Poeplau thematisiert die motivische Anordnung als Umriss, als Figur. Spielt mit den gefundenen Gegenständen und Materialien, die sie zu einem geschlossenen Ganzen oder zu einem Symbol arrangiert - je nach Lesart des Betrachters. Mal rückt sie alles Gegenständliche in den Vordergrund, mal entzieht sie es unserem Blick und die Bilder geben sich als Variationen über Formen zu erkennen. Das Ergebnis scheint einer Art Ordnungstrieb entsprungen oder dem Anliegen, den Dingen endlich einen Platz zu geben, sie einander zuzuführen, als könnten sie sich gegenseitig trösten.
Das Geordnete, fast Ordentliche, sorgsam zu einem geschlossenen System Gelegte zieht sich wie ein roter Faden durch das Schaffen der Künstlerin und gibt eine weitere, nicht unbedingt andere Seite von ihr preis.
Mitte der 80er Jahre begann sie zu fotografieren: Graffiti, Holztüren, und immer wieder die aufgerissenen Fassaden alter Abbruchhäuser mit ihren freigelegten Kacheln und Tapeten. Jetzt, nach zwanzig Jahren, finden sich in ihren jüngsten Werken einige dieser Fotos wieder. Sammeln und recyceln, es bleibt das Marode, Vergängliche, das sie fasziniert.

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